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Aktuelle Veranstaltungen

Wer oder was ist ,Jüdisch‘?

Öffentlicher Abend im Forum Junge Wissenschaft
Termin: 20.05.2026
Beginn: 19:00 Uhr
Ort: Katholische Akademie in Berlin, Hannoversche Str. 5, 10115 Berlin

Neues Jiddisches Drama auf der Reinhardt-Bühne
Scholem Aschs „Der Gott der Rache“ (1907) am Deutschen Theater
Gian Luca Carboni, Theaterwissenschaft & Judaistik, Freie Universität Berlin

1907 kommt am Deutschen Theater unter Leitung von Max Reinhardt das Stück des erst 26-jährigen jiddischsprachigen Dichters Schalom Asch zur Aufführung. „Der Gott der Rache“ ist mit seiner radikalen Dramatik, seiner Darstellung des Ostjudentums und der Verkörperung durch eine neue Generation von Schauspielern an einem der wichtigsten Theater Europas auf zahlreichen Ebenen ein Einschnitt. Jiddische Dramatik erscheint als selbstbewusste Hochkultur statt als populäre Kleinunterhaltung.
Auf Grundlage von Archivquellen betrachtet die Arbeit einen vernachlässigten Moment sowohl der Jiddischen als auch der Berliner Theatergeschichte. Zwischen Skandal und Publikumserfolg wirkt die Rezeption der Uraufführung wie ein Brennglas auf die Pluralität jüdischer Identitäten im späten Kaiserreich und vermischt die starren Verhältnisse zwischen sogenanntem Ostjudentum und Assimilation, Archaismus und Moderne, Nationalsprache und Jargon.

Wer oder was ist ,Jüdisch‘?
Eine Analyse Hallenser Predigten nach dem Anschlag vom 9. Oktober 2019
Daniel Siegmund, Ev. Theologie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Am 9. Oktober 2019 wurden zwei Menschen in Halle (Saale) ermordet, weitere wurden in und um Halle zum Teil schwer verletzt. Der antisemitische Anschlag auf die Synagoge an Jom Kippur war das dominante Thema in Halle in den folgenden Tagen und Wochen. Angesichts dessen waren auch die Predigenden herausgefordert, sich zu dem Anschlag zu verhalten: Wer oder was wird in den Gottesdiensten als ‚jüdisch‘ bezeichnet? Diese Frage untersucht Daniel Siegmund am Beispiel von sechs evangelischen Predigten, die in Halle im Oktober 2019 gehalten wurden. In seiner Arbeit zeigt er, dass Jüdinnen und Juden in den dominanten Narrativen nicht als selbstwirksame Individuen vorkommen; stattdessen werden sie überlagert von Institutionen, Verallgemeinerungen oder durch ein diskursives Unkenntlichmachen.

Auf die Vorträge reagieren Prof. Dr. Galili Shahar, Vertretungsprofessor für Vergleichende Literaturwissenschaft und Germanistik, Humboldt-Universität zu Berlin, und Dr. Gesine Palmer, evangelische Theologin und freie Mitarbeiterin der Katholischen Akademie in Berlin.

 

Bitte merken Sie sich die nächsten Termine in der Reihe vor:

29.05.2026, 18 Uhr
Poesie der Psalmen und der „Geist Gottes“ in der Bibel

Florian Pataki, Ev. Theologie, Universität Greifswald
Nils Thomas, Kath. Theologie, Theologische Fakultät Trier

19.06.2026, 18 Uhr
Religion, Politik und Macht: Globaler Rechtspopulismus und neopentekostale Religiosität in Brasilien

Natalie Meinert, Religionswissenschaft, Universität Leipzig
Alissa Neu, Religionswissenschaft und Interkulturelle Theologie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

 

Bewerbungen für den Herbst werden bis zum 1.07.2026 entgegengenommen.
Informationen auf Anfrage an:

Larissa Gerg: gerg@katholische-akademie-berlin.de
Marina Sawall: sawall@katholische-akademie-berlin.de

Referenten
Gastreferenten
Daniel Siegemund
Ev. Theologie, MLU Halle-Wittenberg
Gian Luca Carboni
Theaterwisenschaft u. Judaistik, FU Berlin
Verantwortlich
Marina Sawall
Referentin
+49 30 28 30 95-111 E-Mail schreiben
Kooperationspartner
Görres-Gesellschaft e.V.
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Wer oder was ist ,Jüdisch‘?
20.05.2026, 19:00 Uhr
Katholische Akademie in Berlin, Hannoversche Str. 5, 10115 Berlin