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Puissance – Médiation – Justice. Annäherungen an Simone Weils Religionsphilosophie

Öffentlicher Abend im Rahmen des 16. Berliner Kolloquiums Junge Religionsphilosophie
Termin: 23.02.2023
Beginn: 19:00 Uhr
Ort: Katholische Akademie in Berlin, Hannoversche Str. 5, 10115 Berlin

Mit zwei Impulsvorträgen erkunden die Religionsphilosophen Prof. Dr. Esther Heinrich aus Wien und Dr. Tom Vandeputte aus Amsterdam gegenwärtige Herausforderungen und Anregungen der Religionsphilosophie Simone Weils.

 

Prof. Dr. Esther Heinrich widmet sich dem Thema:

Ein Denken der zweiten Potenz. Religion und Mathematik bei Simone Weil

„Die Schöpfung besteht aus der Abwärtsbewegung der Schwerkraft, der Aufwärtsbewegung der Gnade und der Abwärtsbewegung der Gnade in der zweiten Potenz.“

„Gewisse Formeln wie ‚die Gerechtigkeit ist eine Zahl in der zweiten Potenz‘ haben die Begriffe der mittleren Proportionale und der Mittlerschaft im theologischen Sinn zum Schlüssel, wobei die erste das Bild der zweiten ist.“

Diese beiden Zitate geben, so hoffe ich, einen ersten Eindruck davon, auf welche Weise Weil Religion und Mathematik in Verbindung bringt: enigmatisch, mit starken Anleihen bei den Pythagoräern, aber auch zentral für ein religiöses Leben, wie Weil es versteht. Die in diesem Zusammenhang wichtigen Begriffe der „(zweiten) Potenz“ (puissance) und Mittel/Vermittlung (médiation) möchte ich in meinem kurzen Vortrag erläutern und ihre Relevanz für das Denken Weils deutlich machen.

 

 

Dr. Tom Vandeputte widmet sich dem Thema:

Der Wahnsinn der Gerechtigkeit

 

Die Kategorie der Gerechtigkeit markiert einen Punkt der Konvergenz zwischen Weils politischem und religiösem Denken. In diesem kurzen Vortrag wird Tom Vandeputte diese Konvergenz anhand eines Kommentars zu Weils spätem Aufsatz “Ringen wir um Gerechtigkeit?” erörtern. In diesem bemerkenswerten Aufsatz, den sie in ihren letzten Lebensjahren schrieb, entwickelt Weil die in ihren früheren Werke formulierte Theorie der “Kraft” weiter durch eine Reihe Überlegungen zur Idee der Gerechtigkeit, Zustimmung, und der menschlichen “Fähigkeit zur Verweigerung.” Das Verlangen nach Gerechtigkeit, so argumentiert Weil hier, muss sich in der Welt als eine Erfahrung des “Wahnsinns” manifestieren: eine “Absurdität”, die dazu bestimmt ist, “berechtigtes Gelächter” hervorzurufen. Weil fängt diesen Wahnsinn in religiösen Bildern ein: das Bild einer Welt, deren Schöpfer, “der darauf verzichtet hat, ihr König zu sein, nur als Bettler eintreten kann”.

 

 

Referenten
Gastreferenten
Prof. Dr. Esther Heinrich
Wien
Dr. Tom Vandeputte
Amsterdam
Prof. Dr. Thomas M. Schmidt
Frankfurt/M.
Verantwortlich
Dr. Stephan Steiner
Referent
+49 30 28 30 95-151 E-Mail schreiben
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Puissance – Médiation – Justice. Annäherungen an Simone Weils Religionsphilosophie
23.02.2023, 19:00 Uhr
Katholische Akademie in Berlin, Hannoversche Str. 5, 10115 Berlin