Veranstaltungsarchiv

Lesen als Nahrung. Körperliche Zugänge zur Schrift

Dokumentation
Prof. Dr. Mirja Kutzer: Lesen als Nahrung
Termin: 04.04.2019
Beginn: 20:00 Uhr
Ort: Club der polnischen Versager, Ackerstr. 168, 10115 Berlin, (U8 Rosenthaler Platz)

Unser Zugang zur Schrift ist zumeist ein rationaler oder auch emotionaler. Der Text wirkt auf uns, wir lassen uns von ihm bewegen – oder hätten vielleicht gerne, dass er uns bewegt. Oder aber wir versuchen, ihn zu verstehen, einzuordnen in den historischen Kontext und seinen tieferen Sinn für uns heute zu entschlüsseln. Lesen meint heute zumeist leises Lesen und hat mit dem Körper – zumindest auf den ersten Blick – nichts zu tun.

Für die mittelalterlichen Mönche war die tägliche Lektüre der Bibel aber vor allem eines: Nahrung. Sich die Schrift „einzuverleiben“ oder die einzelnen Verse „wiederzukäuen“ war eine andere Art des Umgangs mit der Heiligen Schrift. Und der Prophet Ezechiel muss eine Buchrolle essen, von der es heißt: „sie war innen und außen beschrieben, und auf ihr waren Klagen, Seufzer und Wehrufe geschrieben.“

Mirja Kutzer entführt uns beim letzten Tauchgang dieser Fastenzeit in eine Welt, in der die Schrift körperlich erfahrbar gemacht wird.

Prof.in  Mirja Kutzer studierte Katholische Theologie und Germanistik in Regensburg, Rom und Wien. Ihre vielrezipierte Doktorarbeit schrieb Mirja Kutzer darüber, wie Dichtung ein Ort theologischer Erkenntnis sein kann und brachte ihre theologische Kenntnis auch in verschiedenen Radioredaktionen (ORF, Funkhaus Regensburg) ein und arbeitete für verschiedene theologische Lehrstühle. Seit 2016 ist sie Professorin für Systematische Theologie an der Universität Kassel.

Referenten
Gastreferenten
Prof. Dr. Mirja Kutzer