Veranstaltungsarchiv

Katholisch – preußisch – widerständig

Günter de Bruyn wiedergelesen
Termin: 29.01.2021
Uhrzeit: 18:00 – 19:00 Uhr
Ort: Teilnahme nur Online möglich!
Bereits die Ausgangslage war kompliziert: Günter de Bruyn (1926-2020) wurde als Sohn eines bayrisch-katholischen Vaters und einer preußisch-protestantischen Mutter in eine spannungsreiche Welt hineingeboren.

Wie er in seiner Zwischenbilanz schildert, blieben diese gegensätzlichen Pole für ihn lebensbestimmend und prägten später das widerständige Verhältnis des Erwachsenen zum DDR-Regime.

Nicht nur in seiner Autobiographie macht de Bruyn kenntlich, wo für ihn die Quellen seiner Autorschaft im Spannungsfeld von Literatur, Macht und Wahrheit zu finden sind. Bis zum Schluss bleibt seine Existenz als Schriftsteller imprägniert von den Erfahrungen des Katholischseins in der preußisch geprägten Berliner Diaspora.

Günter de Bruyn – Zur Erinnerung
Günter de Bruyn ist am 4. Oktober 2020 in Görsdorf gestorben. Er, der öffentliche Podien nicht sonderlich schätzte und das zurückgezogene Leben in einer Bibliothek öffentlichen Auftritten vorzog, ist mehrfach in der Katholischen Akademie gewesen und hielt hier 1995 den Festvortrag zur Einweihung der eigenen Räume in der Hannoverschen Straße 5.

Diese kleine Reihe von Vorträgen und Gesprächen mit Freunden der Katholischen Akademie erinnert an Günter de Bruyn, einen großen und zutiefst glaubwürdigen Schriftsteller, dessen katholisch-preußische Resistenz gegen Indoktrinationen aller Art nicht vergessen sein soll.

Prof. Dr. Thomas Brose (Berlin) ist Professor für Philosophie an der Päpstlichen Universität Gregoriana. Zuletzt: Mein deutsches Neuland: Notizen eines ostdeutschen Katholiken (Bonifatius 2020), Kein hoffnungsloser Fall: Gott und Mensch bei Eugen Biser. Eine Einführung (Peter Lang GmbH 2018) und Großstadtglaube: Katholische Präsenz in Berlin (Peter Lang GmbH 2016).

Referenten
Gastreferenten
Prof. Dr. Thomas Brose
Professor für Philosophie an der Päpstlichen Universität Gregoriana, Berlin