
Der Zusammenhalt unserer Gesellschaft ist bedroht. Der Akademieabend widmet sich der Frage, wie es um wichtige Voraussetzungen guten Zusammenlebens – um Vernunft, Moral und Empathie – in unserem Land bestellt ist. Aus Anlass seines neuen Buches „Fundamental Things – Über Vernunft, Moral und Empathie. Was es bedeutet, Mensch zu sein“ (Herder 2026)“) spricht der Neurowissenschaftler und Arzt Joachim Bauer mit dem Theologen und renommierten Pädagogen Klaus Mertes.
Was lässt sich über gelingendes Mensch-Sein aus neurowissenschaftlicher Sicht einerseits und aus der Perspektive eines „christlichen Humanismus“ (Papst Leo XIV.) andererseits sagen? Besonderes Augenmerk wird auf die Frage gerichtet sein, wie Kinder Vernunft erwerben, zu empathischen Menschen werden und moralisch reifen können.
Bauers These lautet, dass Tugenden nicht im Gegensatz zur menschlichen Natur stehen, sondern Teil seiner Bestimmung sind. Was sind derzeit die Hindernisse, die uns diese Bestimmung verfehlen lassen? Bezugnahmen zu Immanuel Kant und zur Enzyklika „Magnifica Humanitas“, die Joachim Bauer bereits in seinem Buch vornahm, werden auch im Gespräch mit Klaus Mertes wieder aufgenommen werden.
Prof. Dr. Joachim Bauer ist Arzt, Neurowissenschaftler und Psychotherapeut. Er ist Facharzt für Innere Medizin und Psychiatrie und in beiden Fächern auch habilitiert. Für herausragende neurowissenschaftliche Forschung, die ihn zeitweise auch in die USA führte, wurde er von der Deutschen Gesellschaft für Biologische Psychiatrie mit dem Organon- Forschungspreis ausgezeichnet. Er ist Professor emeritus an der Universität Freiburg, Gastprofessor an der International Psychoanalytic University (IPU) Berlin und Dozent an einem Berliner Ausbildungsinstitut für Psychotherapie. Des Weiteren ist Joachim Bauer Autor zahlreicher Veröffentlichungen und erfolgreicher Bestseller-Sachbücher. Bei Herder erschien zuletzt „Das empathische Gen“ (2021).
Pater Klaus Mertes SJ studierte nach seinem Abitur 1973 klassische Philologie und Slawistik in Bonn, nach seinem Eintritt in den Jesuitenorden 1977 Philosophie in München und Theologie in Frankfurt. Seit 1990 war er im Schuldienst tätig, zunächst 1990-1993 an der Sankt-Ansgar-Schule in Hamburg, 1994-2011 am Canisius-Kolleg in Berlin, dessen Rektor er seit 2000 war. Von 2011 bis 2020 war er Kollegdirektor am internationalen Jesuitenkolleg in St. Blasien. Derzeit ist er Superior der Jesuitenkommunität in Berlin-Charlottenburg und Redaktionsmitglied der Kulturzeitschrift „Stimmen der Zeit“.

