
Geopolitik und Völkerrecht, oder wie es heißt, eine regelbasierte Weltordnung, stehen zueinander in Konflikt – so will es die vorherrschende Deutung unserer dramatischen Umbruchszeiten.
Prof. Craven geht in seinem Vortrag weniger von einem Konfliktverhältnis als – ebenso wie Carl Schmitt – von einem zwar rivalisierenden, aber doch im engsten Zusammenhang miteinanderstehenden Verhältnis beider aus. Entwickelt wird die These an der in der angelsächsischen Diskussion des späten 19. und frühen 20. Jahrhundert prominenten Denkfigur der ‚international frontier‘ und der Umstellung von kolonialen Souveränitätsansprüchen hin zur Absicherung von Einflusssphären durch extraterritoriale Jurisdiktionen. In der Linie von 1943 zu 2026 erhellt sich unsere gegenwärtige Lage. Der Abend nimmt damit in loser Form das Generalthema der Kriegstagebücher Carl Schmitts auf – Protokolle aus dem Zerfall des NS-Staates und Reflexionen über die globale Nachkriegsordnung aus der Entstehungszeit seines völkerrechtlichen Klassikers ‚Der Nomos der Erde‘.
In englischer Sprache ohne Übersetzung.

