Veranstaltungsarchiv

“Das Spiel ist aus”

Gespräch nach der Vorstellung
© Arno Declair
Termin: 24.09.2014
Ort: Deutsches Theater, Schumannstr. 13a, 10117 Berlin
Im Gespräch nach der Vorstellung geht es anlässlich des gemeinsam Erlebten im Theatersaal um die eigenen Vorstellungsbilder und deren Horizont in Religion und Weltanschauung.

Welche Nachbilder es auch sein mögen, die uns durch den Kopf gehen nach einem Theaterbesuch, stets sind sie aufgespannt zwischen dem gerade Erlebten und dem, was wir ins Theater mitgebracht haben an Erinnerungen und Vorstellungen. So ist der persönliche Eindruck zuletzt immer auch ein biographischer, kultureller und weltanschaulicher Ausdruck.
Das Gespräch nach der Vorstellung lädt deshalb nicht ein zu einer theatertheoretischen Debatte, sucht nicht den Austausch der Meinungen. Vielmehr wollen wir anlässlich des im Theatersaal Erlebten über die eigenen Vorstellungsbilder ins Gespräch kommen, und über deren Horizont in Religion und Weltanschauung.

Im Falle von “Das Spiel ist aus” bedeutet das etwa: Was heißt es, ernst zu machen? Muss man das Leben erst verlieren, um es zu erkennen?

Ins Gespräch führen Katrin Visse und Peter Gößwein.

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In der Ankündigung des Deutschen Theaters heißt es:

André Charlier vergiftet seine Ehefrau Eve. Zur gleichen Zeit wird der Widerstandskämpfer Pierre Dumaine erschossen. Im Leben einander nie begegnet, treffen sich Eve und Pierre im Reich der Toten. Als Tote werden sie zu Zuschauern des Lebens: Sie können nichts bewegen, nichts verändern, nichts spüren. Dennoch verlieben sich die beiden – und bekommen eine zweite Chance. Um ihre Liebe zu verwirklichen dürfen sie ins Leben zurückkehren, mit einer Auflage: sich innerhalb von 24 Stunden uneingeschränkt zu  vertrauen. Doch Pierre will seine Kameraden von einem geplanten Anschlag abhalten und Eve ihre Schwester vor ihrem Ehemann beschützen. Sie verspielen ihre Chance und kehren zurück ins Reich der Toten, diesmal endgültig.

In seinem 1943 verfassten Drehbuch hat sich Jean-Paul Sartre erlaubt, auch einmal zu spielen. Dennoch ist sein Text mehr als nur Spielerei: Die Geschichte über den Tod wirft auch heute noch Fragen über das Leben auf. In einer Gesellschaft, in der auf Revolutionen immer nur neue Diktatoren folgen, in der Genuss verpönt und für Gefühle keine Zeit ist – wo ist da noch der Unterschied zwischen uns Lebenden und Sartres Toten? Muss man das Leben erst verlieren, um es zu erkennen? Und kann diese Erkenntnis etwas verändern?

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Dirk Pilz schreibt zu der Inszenierung in der Berliner Zeitung: “Denn es geht ihr [der Inszenierung] um alles, und alles, das ist: Leben, Tod und Liebe vor allem, aber auch das Recht auf Widerstand, die Rebellion, die Zukunft des gesellschaftlichen Miteinanders. Es ist dies ein unerhört ehrlicher, vielleicht naiver, seltsam berührend schutzloser Abend. Er stellt die Frage nach dem Sinn, dem Wozu und Wohin. Heute ist diese Frage etwas peinlich, als gehörte sie unter Erwachsenen nicht mehr erörtert. Dass der Abend sie dennoch stellt, spricht für ihn.”

Das Gespräch nach der Vorstellung “Das Spiel ist aus” findet im Anschluss an die Aufführung im Deutschen Theaters statt, Vorstellungsbeginn ist 19:30 Uhr. Eine eigene Anmeldung hierzu ist nicht erforderlich. 

Karten für die Vorstellung “Das Spiel ist aus” können Sie im  Vorverkauf (empfohlen) oder aber  an der Tageskasse im Foyer des Deutschen Theaters erwerben:

Montag bis Samstag:
11.00 – 18.30 Uhr, Sonn- und Feiertage: 15.00 – 18.30 Uhr, Telefon: 030.28 441-225

 

Referenten
Verantwortlich
Dr. Katrin Visse
Referentin
+49 30 28 30 95-114 E-Mail schreiben
Kooperationspartner
Deutsches Theater
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