Veranstaltungsarchiv

100 Sekunden (wofür leben)

Gespräch nach der Vorstellung
© Arno Declair
Termin: 18.02.2016
Uhrzeit: 19:30 – 23:00 Uhr
Ort: Deutsches Theater, Schumannstr. 13a, 10117 Berlin

Die Ereignisse des letzten Jahres machen auf schmerzhafte Weise die brennende  Aktualität des Themas von “100 Sekunden” bewusst. Wir sind mit der Frage konfrontiert: Lohnt es sich, für etwas zu sterben? Und was bedeutet es, sein Leben hinzugeben? Welche Bilder es auch sein mögen, die uns durch den Kopf gehen nach einem Theaterbesuch, stets sind sie aufgespannt zwischen dem gerade Erlebten und dem, was wir ins Theater mitgebracht haben.

Der persönliche Eindruck setzt sich immer aus biographischen, kulturellen und weltanschaulichen Elementen zusammen, und damit daraus, wie wir selbst das deuten, was uns begegnet.

Das Gespräch nach der Vorstellung lädt deshalb nicht ein zu einer theatertheoretischen Debatte, sucht nicht den Meinungsaustausch. Vielmehr wollen wir anlässlich des gemeinsam Erlebten im Theatersaal über die eigenen Vorstellungsbilder ins Gespräch kommen, deren religiöse und weltanschauliche Horizonte befragen. Ins Gespräch mit dem Dramaturgen John von Düffel führen Katrin Visse und Peter Gößwein.

Das Deutsche Theater schreibt zu „100 Sekunden“ in seiner Ankündigung:

“Ein Märtyrer ist jemand, der sich für seine Sache opfert. Ein Held ist jemand, der im Kampf für seine Sache stirbt. Menschliche Fackeln, Menschen, die sich zur Waffe machen, Widerständler, die sich keiner Folter, keiner Todesdrohung beugen, bevölkern die mediale Welt. Jeder von ihnen ist eine Geschichte. Und diese Geschichten wollen erzählt werden. Oft geschehen sie sogar, um erzählt zu werden. Sie wollen sichtbar, wollen Beispiel sein. Und wie sie bewertet werden, ob als terroristischer Akt, fehlgeleiteter Extremismus oder große Heldentat scheint oft nur eine Frage der Perspektive.

Der Mensch ist das einzige Tier, das Sinn über Selbsterhaltung stellt. Während die Evolution alles Leben auf der Erde auf Überleben und Fortpflanzung programmiert hat, fragt das mutmaßlich intelligenteste dieser Tiere nach dem „Wofür“. Ein Leben ohne Sinn erscheint wertlos, ein Sinn unter bestimmten Umständen mehr wert als das nackte Überleben. Für das Projekt 100 Sekunden haben Christopher Rüping und sein Ensemble Geschichten von Menschen zusammengestellt und zusammengeschrieben, die einen Sinn über ihr Leben stellen oder gestellt haben, die bereit sind oder waren, für etwas zu sterben – wahre Geschichten und erfundene, literarische Vorbilder und urbane Legenden. Jede dieser Geschichten bekommt 100 Sekunden Zeit, erzählt oder gespielt zu werden. Dann ist die Deadline erreicht.”

 

Regie: Christopher Rüping

Dramaturgie: John von Düffel

mit Michael Goldberg, Camill Jammal, Katharina Matz, Wiebke Mollenhauer.

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Das Gespräch nach der Vorstellung „100 Sekunden” findet im Anschluss an die Aufführung im Deutschen Theaters im großen Saal statt, Vorstellungsbeginn ist 20:00 Uhr (ca. 2 Stunden Dauer, keine Pause). Eine eigene Anmeldung hierzu ist nicht erforderlich.

Organisatorisches:

Eine Teilnahme am Gespräch nach der Vorstellung ist nur für Besucher der Abendvorstellung im Deutschen Theater möglich.

Karten für die Vorstellung können Sie an der Tageskasse im Foyer des Deutschen Theaters erwerben: Montag bis Samstag: 11:00 – 18:30 Uhr, Sonn- und Feiertage: 15:00 – 18:30 Uhr. Telefon: 030 28441-225

https://www.facebook.com/events/968313673204882/

 

Referenten
Gastreferenten
John von Düffel, Dramaturg und Schriftsteller
Verantwortlich
Dr. Katrin Visse
Referentin
+49 30 28 30 95-114 E-Mail schreiben