
Zur Theologie des Gemeindegesangs
Leander Wons, Wissenschaftliche Hausarbeit, Kath. Religion, Justus-Liebig-Universität Gießen
Das gemeinsame Singen in Gottesdiensten ist eine weit verbreitete Praxis, die fast alle christlichen Konfessionen miteinander teilen. Zugleich ist die Praxis des gemeinsamen Singens in der westeuropäischen Gesellschaft eher zu einem Randphänomen geworden. Hinzu kommt, dass der Gemeindegesang durch seinen liturgischen ‚Begleitcharakter‘ selten bewusst wahrgenommen wird.
Dabei lassen sich beim genaueren ‚Hinhören‘ Eigenschaften entdecken, die Anregungen für die Gemeindearbeit, Theologie, aber auch Gesellschaft bereithalten. So soll die Praxis des Gemeindegesangs von drei verschiedenen Perspektiven aus beleuchtet werden: Der Theologie, insbesondere in ihren Anknüpfungspunkten zur ‚Theologie des Volkes‘, der Philosophie, vor allem in den möglichen Querbezügen zu Kunstwerken und der Soziologie im Hinblick auf eine gemeinsame Performanz des Gesangs und dem über die Lebensspanne aufgebauten individuellen Bezug zu ihr.
Wahrheit im Gespräch: Wie synodale Theologie von der Kunst des Zuhörens lebt
Anna Wera Wilms, MPhil Modern Doctrine, University of Oxford
Was bedeutet es heute für Theologinnen und Theologen, mit Gott, miteinander, aber auch mit anderen Wissenschaften im Gespräch zu sein? Wie lässt sich die Verschiedenheit der Perspektiven aushalten, in denen Gott sich heute offenbart? Wie kann man den Wahrheitsgehalt von Interpretationen unterscheiden? Lässt sich Wahrheit überhaupt noch verbürgen?
Vor dem Hintergrund der Offenbarungstheologie des Zweiten Vatikanums und mithilfe der Hermeneutik Hans-Georg Gadamers arbeitet Anna Wera Wilms heraus, dass synodale Theologie mit dem „Gespräch im Geist“ nicht als eine feststehende Methode betrachtet werden kann, sondern vielmehr als eine Lebensform des Hörens auf das Wort Gottes. Solches Hören ist verankert im Bewusstsein, dass jede menschliche Suche nach wahrhaftiger Begegnung mit dem Gegenüber – und darin mit Gott – geprägt ist von Pluralität, Kontingenz und Kontextualität.
Auf die Vorträge reagieren Prof. Dr. Ansgar Kreutzer, Gießen, und Dr. Gesine Palmer, Berlin.
Bitte merken Sie sich die nächsten Termine in der Reihe vor:
20.05.2026, 19 Uhr
Wer oder was ist ‚Jüdisch‘?
Gian Luca Carboni, Theaterwissenschaft & Judaistik, Freie Universität Berlin
Daniel Siegmund, Ev. Theologie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
29.05.2026, 18 Uhr
Poesie der Psalmen und der „Geist Gottes“ in der Bibel
Florian Pataki, Ev. Theologie, Universität Greifswald
Nils Thomas, Kath. Theologie, Theologische Fakultät Trier
19.06.2026, 18 Uhr
Religion, Politik und Macht: Globaler Rechtspopulismus und neopentekostale Religiosität in Brasilien
Natalie Meinert, Religionswissenschaft, Universität Leipzig
Alissa Neu, Religionswissenschaft und Interkulturelle Theologie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Bewerbungen für den Herbst werden jederzeit entgegengenommen.
Informationen erhalten Sie auf Anfrage an:
Larissa Gerg: gerg@katholische-akademie-berlin.de
Marina Sawall: sawall@katholische-akademie-berlin.de

