
Liebe Freundinnen und Freunde des Erzählcafés,
das Thema unserer nächsten Erzählrunde ist kein angenehmes: HASS!
Es gibt viele negative Gefühle, aber nur dem Hass kann anscheinend nichts Positives abgewonnen werden, sagte der Philosoph Konrad Paul Liessmann in seinem Eröffnungsvortrag des 25. Philosophicums Lech zum Thema „Hass“. Obwohl Hass zu unseren tiefsten Empfindungen gehört und aus unserem Leben leider nicht wegzudenken ist, findet kaum philosophische Auseinandersetzung damit statt. Der hassende ist mit seinem Hass meist allein.
Können wir uns einen Menschen vorstellen, der keine Hassgefühle kennt? Da fallen einem nur religiöse Lichtgestalten ein. Hass richtet sich immer aktiv gegen jemanden oder etwas. Während es zum Beispiel der Ekel erlaubt, sich einfach indigniert abzuwenden … behält der Hassende sein Objekt stets im Visier. Er kann davon nicht ablassen, anders als Zorn oder Wut verraucht der Hass nicht, so der Philosoph Konrad Paul Liessmann in seinem Vortrag weiter.
Hass macht unfrei, er fesselt mich an mein Hassobjekt, auf Gedeih und Verderb. Trotzdem kann das Ausleben von Hassgefühlen durchaus lustvoll erlebt werden. Hass ist immer mit ohnmächtiger Wut verbunden, sie findet kein Ventil, eine Einigung mit dem Gegner ist undenkbar, die Vernichtung des Kontrahenten ist die einzige Lösung. Verzeihen kommt nicht in Frage.
Das Gegenteil von Hass ist Liebe, ein anderes Gegenmittel Humor.
Wurden Sie schon mal gehasst? Haben Sie gehasst? Hat Liebe Ihnen geholfen, sich vom Hass zu lösen? Was macht Sie humorlos? Ist Humorlosigkeit eine Vorstufe von Hass?
Spannende Fragen. Erzählen Sie uns, wir sind ganz Ohr.
Natürlich sind Sie auch herzlich willkommen, wenn Sie nur zuhören möchten. Ohne Zuhörer gibt es schließlich keine Geschichten.

