Veranstaltungshöhepunkte

Dienstag, 19.05.2015, 19.00-21.00 Uhr

Abendland? Über Identität sprechen in Europa

Akademieabend

| Prof. em. Dr. Egon Flaig, Althistoriker, Kulturwissenschaftliches Kolleg Konstanz; Prof. Dr. Otto Kallscheuer, Politikwissenschaftler, Käte Hamburger Kolleg Duisburg

Die Frage nach der europäischen Identität wird angesichts aktueller Krisen und Ereignisse in stark politisierter Form wieder aufgeworfen. Ist die Rede vom "Abendland" noch informativ und wenn ja, in welcher Weise?

Donnerstag, 21.05.2015, 19.00 Uhr

Über das Aufscheinen von Hass, Ressentiment und Mitleid

Ein Gespräch über das Bilderverbot (zur Ausstellung "Du sollst Dir (k)ein Bild machen")

Akademieabend

| Alexander Ochs, Kurator und Prof. Dr. Reinhard Hoeps, Münster

Anlässlich der Ausstellung "Du sollst Dir (k)ein Bild machen" sprechen der Kurator Alexander Ochs und der Katholische Theologe und Bildwissenschaftler Prof. Dr. Reinhard Hoeps über das Bilderverbot.

Mittwoch, 27.05.2015, 18.00 Uhr

Zwischen Kosher Kitchen und Meschugge-Partys

Junge Israelis in Berlin

Akademie vor Sieben

| Judith Kessler, Sozialwissenschaftlerin und Redakteurin, Berlin

Erstaunlich viele junge Israelis kommen derzeit nach Deutschland, neugierig auf eine kosmopolitische und multikulturelle Stadt. Besonders Studenten und Künstler schätzen die Möglichkeiten und die Anregungen, die Berlin ihnen bietet.

BEKAS

Es ist eigentlich ein Kinderfilm, aber dem erwachsenen Zuschauer stockt der Atem, wenn er den kurdischen Film „Bekas“ ansieht:
Irak 1990: Die Brüder Zana (7) und Dana (10) leben als Waisenkinder auf den Straßen des von Saddam Hussein regierten Landes. Als eines Tages Superman im örtlichen Kino gezeigt wird, klettern die beiden auf ein Dach, um einen Blick auf den größten Helden aller Zeiten zu erhaschen. Und sie beschließen, nach Amerika auszuwandern, in die Stadt, „in der Superman lebt und die Eltern wieder zum Leben erwecken kann“:
Zana (betet in der Moschee): „Hilf mir und meinem Bruder, nach Amerika zu kommen, um Superman zu treffen. Schick alle dreckigen Schuhe zu uns, damit wir sie putzen und Geld verdienen können.“ – Dana: „Bitte doch lieber um eine Million.“
Zana: „Baba Shalid sagt, man soll Allah nicht um Geld bitten, weil er einem sonst wegnimmt, was man schon hat.“
Dana: „Was hast du denn zu verlieren? Du hast doch überhaupt nichts. Also bitte um so viel du willst. Bitte auch um einen Pass.“  (Dana geht.)
Zana (betet): „Lieber Allah, verzeih meinem Bruder. Er ist heute so ein Esel.“

Schließlich machen sich Dana und Zana auf dem Rücken eines Esels namens Michael Jackson mit einer Landkarte, einem wertlosen Medaillon, Brot und Wasser auf den Weg. Und stellen dabei große Fragen:
Zana: „Ist Superman so mächtig, dass er alle bösen Menschen töten und alle guten Menschen ins Leben zurückbringen kann?“
Dana: „Ja, Superman ist sehr stark. Und er kann auch fliegen.“
Zana: „Warum tötet er dann nicht Saddam? Saddam ist sehr schlecht zu den Menschen. Er hat auch Mutter und Vater umgebracht.“
Dana: „Ich weiß nicht. Vielleicht hat er ja noch nie von ihm gehört.“
Zana: „Ich schwör dir, ich werde es Superman sagen.“

Genetisches Risiko für alle

Gio.tto/shutterstock.com

Eine medizinethische Fachtagung in Berlin im April dieses Jahres zeigte, dass durch die Forschungsfortschritte in der Gentechnik eine folgenreiche Verallgemeinerung und Ausweitung des Wissens um genetisch bedingte Krankheiten vor der Tür steht. Bislang war das Anwendungsfeld genetischer Tests vor der Schwangerschaft umgrenzt. Mit der technisch und finanziell erleichterten Möglichkeit für jedermann, bereits vor der Zeugung einen Abgleich der Anlageträgerschaft für vererbbare Krankheiten vorzunehmen – oder auch ohne einen Kinderwunsch die persönlichen Krankheitsdispositionen zu checken –, entgrenzen sich die möglichen Kenntnisse über persönliche Risiken ins Absurde hinein. Da jeder Mensch Anlageträger für potentiell vererbbare Krankheiten ist und immer mehr Krankheitsanlagen nachgewiesen werden können, liegt ein neuer Fluch des Wissens oder Wissenkönnens im Prinzip auf jedem. Verheißen wird eine genetisch aufgeklärte „Steigerung reproduktiver Autonomie“. Vieles spricht jedoch dafür, dass es eher zu einer neurotischen „Genetisierung von Partnerschaft“ kommt. Der ohnehin schon gut ausgebaute Hindernisparcours zum Kind wird mit weiteren Entscheidungslasten, Befürchtungen und dem Warten auf Garantien für ein gutes Gelingen zugestellt. Da kann es ein schwacher Trost sein, dass „Daten“ und „Wissen“ wohl auf längere Sicht noch zweierlei Dinge bleiben werden. Derzeit jedenfalls kann die seriöse Auswertung eines umfassenden Tests nur ausschnittsweise und von wenigen geschulten Experten gleistet werden. Der Rest, das wären damit praktisch alle, bekommt bei der Bestellung eines Screenings seiner Erbanlagen via Internet unverdaubare Informationsberge, falsche Sicherheiten oder noch mehr Angst geliefert: Aufklärungsschrott.

M-L. S.

Bildnachweis: Gio.tto/shutterstock.com

Filmarchiv

Filme der Katholischen Akademie in Berlin – kurze Einblicke, Verdichtungen und Übersetzungs­versuche unserer Arbeit und vielleicht ein Anreiz, persönlich bei uns vorbeizuschauen.

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