
Am 16. Juni 2026 veröffentlichte Papst Leo XIV. seine erste Enzyklika „Magnifica humanitas“. Die von Gott geschaffene „großartige Menschheit“ riskiert „ihr wahres Gesicht zu verlieren“. 100 Jahre nach der Enzyklika Rerum Novarum von Papst Leo XIII. ist die „neue Sache / res nova“ die Künstliche Intelligenz, die die Wachsamkeit der Kirche herausfordert.
„Sie haben einen Mund und sprechen nicht, haben Augen, und sehen nicht. (…)
Ihnen werden gleich sein, die sie machen, jeder, der ihnen vertraut.”
(Ps 115,4-8)
Die Moderne – so Johannes Hoff – war nie säkular und verwechselt die menschliche und die künstliche Intelligenz. Das ist ein folgenschwerer Holzweg, der die Gabe der Unterscheidung herausfordert. Papst Leo XIV stellt sich dieser kulturgeschichtlichen Herausforderung in seiner Enzyklika Magnifica humanitas (Glorreiche Menschheit), indem er die weisheitlichen Quellen christlich-abendländischen Denkens in Erinnerung ruft. Er erinnert an die Scheidelinie, die Menschen von lieb und leblosen Maschinen abhebt, setzt der dualistischen Anthropologie der Neuzeit die trinitarisch-relationale Anthropologie des Mittelalters entgegen, und bestimmt Wahrheit als ein kommunitäres Gut (common good), ohne sich in den Fallstricken eines illiberalen Postliberalismus à la J.D. Vance zu verstricken.
