
„Wir können nicht dort fortsetzen, wo die letzten Dome aufgehört haben“
Historische und gegenwärtige Innenraumkonzepte der Sankt Hedwigs-Kathedrale in Berlin
Felix Grünwald, B.A., Katholisch-Theologische Fakultät, Eberhard Karls Universität Tübingen
Kaum ein Kirchenbauprojekt hat in den vergangenen Jahren in Berlin so viel öffentliche Aufmerksamkeit und Kontroversen hervorgerufen wie die Neugestaltung des Innenraums der Sankt Hedwigs-Kathedrale durch Leo Zogmayer. In seiner Bachelorarbeit untersucht Felix Grünwald die Gestaltung des Innenraums von den Anfängen bei Max Hasak über die Umgestaltungen durch Clemens Holzmeister und Hans Schwippert bis zur heutigen Konzeption Zogmayers. Dabei vergleicht er die vier Innenraumkonzepte nicht nur unter architektonischen Gesichtspunkten, sondern fragt auch nach dem liturgie-theologischen Programm des Raummodells und dem zugrundeliegenden Sakralitätsverständnis. In seinem Vortrag stellt er exemplarisch die Entwicklung dieses Verständnisses der Wahrnehmung von „Heiligkeit“ des Raums dar. Diese kann als eine Entwicklung von einem gegenständlichen Verständnis bei Hasak und Holzmeister, über ein ereignishaftes Verständnis bei Schwippert hin zu einem auf Begegnung angelegten Verständnis bei Zogmayer zusammengefasst werden. Ausgehend von diesem Verständnis der Kathedrale als Raum der Begegnung denkt Grünwald über alternative Nutzungen jenseits der Eucharistiefeier und die Verknüpfung des Kirchenraumes mit dem Umfeld der Kathedrale nach.
Holy Ground. Urbane Friedhöfe im Wandel
Friedhofstransformation ko-kreativ gestalten
Vanessa Göpfert, M. Eng., Stadtplanung, Hochschule für Technik Stuttgart
Urbane Friedhöfe sind Orte des Wandels, an denen gesellschaftliche und räumliche Veränderungen sichtbar werden. Veränderungen im Friedhofs- und Bestattungswesen, zunehmender städtischer Flächendruck und sich wandelnde Bedürfnisse einer Stadtgesellschaft erfordern erweiterte Planungs- und Handlungsansätze. In ihrer Masterarbeit „HOLY GROUND“ untersucht Vanessa Göpfert das transformative Potenzial urbaner Friedhöfe aus einer raumbezogenen und stadtentwicklungspolitischen Perspektive. Dabei geht sie der Frage nach, wie sich stattfindender Wandel kreativ und gemeinschaftlich gestalten lässt. Anhand von Praxisbeispielen und eigener Fallstudie zeigt sie, wie sich Friedhöfe behutsam durch ko-kreative Ansätze als hybride Freiräume weiterentwickeln lassen und welche Entwicklungsperspektiven sich eröffnen, wenn Friedhöfe als integrale Bestandteile urbaner Quartiere verstanden werden.
Auf die Vorträge reagieren Christopher Tschorn, Liturgischer Referent des Erzbischofs von Berlin, und Tillmann Wagner, Geschäftsführer des Evangelischen Friedhofsverbands Berlin Stadtmitte.


