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„Gelobt sei Gott“ – Preview

(Spielfilm 2019, Regie: François Ozon, 137 Minuten)
Foto: Presse - Pandorafilm
Termin: 28.08.2019
Beginn: 19:00 Uhr
Ort: Filmtheater am Friedrichshain
Filmvorführung vor dem offiziellen Filmstart, anschl. Gespräch.
Eintrittskarten sind an der Kinokasse zu erwerben.

Der Spielfilm thematisiert den Missbrauchskandal in der katholischen Kirche anhand einer fiktionalen Geschichte in Lyon, die tatsächliche Ereignisse verarbeitet. An den Film schließt sich eine Gesprächsrunde an.

Der Familienvater Alexandre lebt in Lyon. Zufällig erfährt er, dass der Priester, von dem er als Pfadfinder missbraucht wurde, noch immer engen Kontakt zu Kindern hat. So beschließt er, sein Schweigen zu brechen und wendet sich an seinen Bischof, Kardinal Barbarin. Alexandre wird viele Male achtsam zugehört, es werden verständnisvolle Mails ausgetauscht, gesegnete Ostern und Weihnachten gewünscht, aber es passiert: nichts.

Das ändert sich erst, als Alexandre weitere Betroffene sucht und findet. Sie geben einander Kraft und kämpfen gemeinsam dafür, das Schweigen zu brechen.

Die tatsachengetreuen Ereignisse um den Missbrauchskandal in Lyon hat François Ozon in diesem Film verarbeitet. Er wurde dafür mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet.

Den Trailer zum Film kann man hier ansehen: https://www.gelobt-sei-gott.de

 

Im Anschluss an den Film findet ein Podiumsgespräch statt mit Erika Kerstner, die seit zwei Jahrzehnten Frauen begleitet, die sexualisierte Gewalt erleben mussten. Kerstner beschäftigt hierbei auch die Frage, welche Rolle der christliche Glaube in diesem Zusammenhang spielt: Trägt der christliche Umgang mit Schuld zum Schutz der Täter und zum wenig zum Recht der Opfer bei? Warum bleibt im verfilmten Fall – und in den meisten anderen Fällen – ein (heiliger) Zorn aus? Auch der Film „Gelobt sei Gott“ macht diese Fragen virulent. Der Protagonist des Films, Alexandre, hält dennoch an diesem Glauben für sich und seine Kinder fest. Kann eben dieser Glaube Betroffenen (wieder) Hilfe und Beheimatung sein? Und wie müssen eine Theologie, eine Liturgie, eine Begleitung aussehen, in der Betroffene (Wieder-)Beheimatung finden können? Auch zu diesen Fragen hat Erika Kerstner mit vielen Betroffenen gesprochen.

Um auch die konkrete Situation im Erzbistum Berlin einzubeziehen, werden sich an diesem Gespräch auch Burkhard Rooß, Präventionsbeauftragter des Erzbistums Berlin, und Stefan Förner, Mitglied des Beraterstabs zum Umgang mit sexuellem Missbrauch und Pressesprecher des Erzbistums beteiligen.

Der Film wird zuvor kurz eingeführt von Josef Lederle, Redakteur der Zeitschrift FILMDIENST.

 Karten für den Film erhalten Sie zu 5 Euro direkt im Filmtheater am Friedrichshain (https://www.yorck.de/kinos/filmtheater-am-friedrichshain Tel. 030 42845188), eine Anmeldung dazu nicht erforderlich.

Referenten
Gastreferenten
Josef Lederle, Redakteur der Zeitschrift FILMDIENST (Einführung); Erika Kerstner, Ökumenische Initiative "GottesSuche - Glaube nach Gewalterfahrungen" u.a.
Kooperationspartner
Erzbistum Berlin