
Ist unsere Welt noch schön? Und wenn ja, spricht ihre Schönheit zu uns? Wie lassen sich diese Fragen heute beantworten angesichts von tief verunsichernden gesellschaftlichen, ökonomischen und technischen Veränderungen sowie Abgründen politischer Gewalt? Wir möchten an diesem Studientag neu darüber nachdenken, ob die Schönheit, wie sie im sakramentalen Wirklichkeitsverständnis gedacht wird, auf ein anderes, rücksichtsvolleres und sinnlich erfahrbar schöneres Weltverhältnis hinlenken könnte. Das Sakramentale versteht die Wirklichkeit als durchlässig für Transzendenz – das Sichtbare verweist auf das Unsichtbare, das Materielle trägt das Geistige. Vielleicht liegt gerade hierin eine unterschätzte Kraft?
Unser Studientag nimmt diese Frage in drei Schritten auf:
Peter Gößwein (Berlin) wird Auszüge aus dem Alten Testament und anderen Texten lesen, die vorab von den Vortragenden ausgewählt wurden.
Der Tag endet mit einer Vesper in der Kapelle im Haus der Bischofskonferenz.
Die Tagungsgebühr beträgt 20,00 € inkl. Mittagessen und Kaffeepausen, zahlbar in bar vor Ort (keine Kartenzahlung). Zur Teilnahme ist eine Anmeldung bis 22. Januar 2026 erbeten per E-Mail an: information@katholische-akademie-berlin.de
Programm
11:00 Uhr: Begrüßung
Dr. Gesine Palmer, Berlin
11:10 Uhr: Ambivalente Schönheit in den Texten der Hebräischen Bibel
Verdichtetes Ringen mit Gott am Beispiel von Hiob und Jakob
Dr. Marlen Bunzel, Universität Wien
Peter Gößwein liest:
Auszüge aus dem Buch Hiob und Jakobs Kampf am Jabbok
12:30 Uhr: Mittagspause
13:30 Uhr: Die Verletzlichkeit des Schönen
Das Sakramentale lädt dazu ein, Schönheit nicht zu besitzen, sondern zu empfangen. Wie können wir einer Haltung widerstehen, die das Heilige ästhetisch vereinnahmt?
Prof. Dr. Inigo Bocken, KU Leuven/Radboud Universität Nimwegen
Peter Gößwein liest:
Auszüge aus „De visione dei“ (1453) von Nikolaus Cusanus und „Der große Wald“ (1980) von Peter Handke
15:00 Uhr: Kaffeepause
15:30 Uhr: ASKESE (Übung) ALS LEBENSFORM
Die Wiederentdeckung monastischer Traditionen und das Thema der Gnade im Durchgang durch die disruptiven Erfahrungen gerade auch seit der Aufklärung
Sr. Dr. Britta Müller-Schauenburg CJ, Philosophische Hochschule, München
Peter Gößwein liest:
„Gerechte Seele“, ein Brief von Mary Ward (1615), und Auszüge aus dem „Bericht des Pilgers“ von Ignatius von Loyola (1553-55)
Moderation: Dr. Gesine Palmer und Marina Sawall
17:15 Uhr: Vesper in der Kapelle im Haus der Bischofskonferenz
Liturg und Ansprache: Pater Felix Meckl OSA
Kantor und Orgel: Dr. Dietmar Hiller, Berlin

