Veranstaltungsarchiv

Arbeitsgemeinschaft “Comprehensive Worldviews”

Kooperation mit der Forschungsstätte der Evangelische Studiengemeinschaft (FEST Heidelberg)
Termin: 08.10.2021 – 09.10.2021
Beginn: 14:00 Uhr
Ort: Katholische Akademie in Berlin, Hannoversche Str. 5, 10115 Berlin

Seit einigen Jahren besteht an der Forschungsstätte der evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) in Heidelberg die Arbeitsgruppe „Comprehensive Worldviews“, die sich an der Katholischen Akademie zum Hintergrundgespräch versammelt.

Orientiert am Konzept der „social imaginaries“ (Charles Taylor) untersucht die Gruppe, wie Weltanschauungen als Beziehungen zum Ganzen aus der Artikulation qualitativer Erfahrungen entstehen, auf diese zurückwirken und in vielfältiger Weise mit den epistemischen Weltbeziehungen der Wissenschaften interagieren. Die Hoffnung ist, mit „Comprehensive Worldviews“ einen Vermittlungsbegriff zu finden, der es erlaubt, die Beziehungen zwischen gewöhnlicher und wissenschaftlicher Erfahrung sowie die Pluralität wie Unvermeidlichkeit von Artikulationen eines Totalitätsbezugs besser zu verstehen.

Dabei wird davon ausgegangen, dass Menschen verkörperte Symbolverwender sind und als solche nicht allein in der Lage, sich auf konkrete Situationen einen Reim zu machen. Sie können auch nicht umhin, ihr Weltverhältnis im Ganzen mehr oder minder explizit zu fassen. Die qualitative Dimension der Umweltbeziehung spielt dabei eine zentrale Rolle, wie sich an den sog. „existential feelings“ (M. Ratcliffe) zeigen lässt, in denen Menschen die Art ihres Weltbezugs im Ganzen spürbar wird. Was erkenntniskritisch ein Ding der Unmöglichkeit darstellt –  das Ganze in Anschauung und Begriff zu erfassen  – ist als gelebtes und zumindest partiell artikuliertes Wirklichkeits­verhältnis dennoch unausweichlich.  Die anthropologische Grundfrage, die sich hier stellt, hat Thomas Nagel so formuliert: „Wie lässt sich in das eigene individuelle Leben die vollständige Anerken­nung der eigenen Beziehung zum Universum im Ganzen einbrin­gen?“ Es sind jedoch weniger individuelle als sozio-kulturelle Ausdrucksformen, mittels derer eine Antwort auf diese Frage gesucht wird: Religionen und Weltanschauungen, in denen die Komponenten eines kognitiven Weltbilds, einer Orientierung des Willens und einer emotional getönten Bewertung integriert sind.

Organisation:

Prof. Dr. Matthias Jung (Philosophie, U Koblenz)

PD Dr. Magnus Schlette (Philosophie, FEST & U Heidelberg)

Dr. Stephan Steiner (Philosophie, Kath. Akademie Berlin)

 

Mitwirkende:

Prof. Dr. Dirk Evers (Theologie, U Halle)

Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchs (Psychiatrie/Philosophie, U Heidelberg)

Prof. Dr. Michael Hampe (Philosophie, ETH Zürich)

PD Dr. Markus Kleinert (Leiter Kierkegaard-Forschungsstelle, Max-Weber-Kolleg Erfurt)

Prof. Dr. Anton Friedrich Koch (Philosophie, U Heidelberg)

Prof. Dr. Olaf Müller (Philosophie, HU Berlin)

Prof. Dr. Heiner Roetz (Sinologie, U Bochum)

Prof. Dr. Hans Julius Schneider (Philosophie, U Potsdam)

PD Dr. Donata Schöller (Philosophie, U Koblenz)

Prof. Dr. Christoph Seibert (Theologie, U Hamburg)

Prof. Dr. Henning Tegtmeyer (Philosophie, U Leuven)

Prof. Dr. Holm Tetens (Philosophie, FU Berlin)

Prof. Dr. Thomas Wabel (Theologie, U Bamberg)

Prof. Dr. Helmut Zander (Religionswissenschaft, U Fribourg)

 

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