
Bibeltag
Die Passionserzählungen hätten nicht geschrieben werden können ohne die Überzeugung von der Auferweckung Jesu „nach drei Tagen“. Bei Johannes steht in Spannung dazu die Szene vom Sterben Jesu, nicht der absolute Tiefpunkt seines Weges in scheinbarer Gottverlassenheit, sondern dessen „Vollendung“: Jesus ist schon im Tod selbstbestimmt zum Vater „gegangen“ (Joh 13,33 u.ö.), wurde im Tod zu ihm „erhöht“ (Joh 12,32f.). Daraus erwächst die Frage, welche Bedeutung die anschließenden Erzählungen von der Begegnung des „nach drei Tagen“ Auferweckten mit Maria Magdalena und allen Jüngerinnen und Jüngern haben? Sind es Bilder bzw. „Zeichen“ (20,30), die eine Glaubensüberzeugung veranschaulichen, welche die menschliche Vorstellungskraft übersteigt? Und spiegeln sie Erfahrungen der frühen Gemeinde wider bzw. bieten sie Indizien für die Entstehung des Osterglaubens? Die Lektüre der Kap. Joh 20 und 21 am Bibeltag wird Antworten auf diese Fragen suchen.
Prof. em. Dr. Michael Theobald war Inhaber des Lehrstuhls für Neues Testament an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen. Er ist Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Von 2009 bis 2019 war er Vorsitzender des Katholischen Bibelwerks e.V.
Die Teilnahmegebühr beträgt inkl. Kaffee und Mittagsimbiss 20 Euro und ist vor Ort in bar zu entrichten.
Anmeldung erforderlich.

