
Nach seiner Habilitation lehrt Romano Guardini ab 1923 mit Erlaubnis des preußischen Kulturministeriums als ständiger Gast katholische Weltanschauung an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin. Dietrich Bonhoeffer studiert dort ab 1924 evangelische Theologie. Biografische Überschneidungen sind gegeben, doch inwiefern die Lebenswege sich tatsächlich kreuzten, ist bisher noch nicht ausreichend erforscht. Viel wichtiger scheint jedoch die Frage, wie sich unter den Bedingungen politischer und geistlicher Krisenerfahrungen bei beiden eine je eigene Bestimmung des „entscheidend Christlichen“ und seiner Gestalt in der Moderne herausbildet.
Während Guardini 1939 seinen Lehrstuhl verliert, entwickelt Bonhoeffer im Umfeld des Predigerseminars Finkenwalde (1935–1937) eine Theologie der Nachfolge. Beide reagieren auf denselben historischen Umbruch, jedoch in unterschiedlichen biografischen und kirchlichen Spannungsräumen.
Wie formt sich Theologie unter den Bedingungen der Krise jeweils neu – und worin liegen die Unterschiede dieser beiden Antworten auf die Zeit?
Eine Veranstaltung des Forum Guardini, eine Kooperation der Katholischen Akademie in Berlin und der Guardini Stiftung.

