
Die St. Bonifatius-Kirche ist ein Sakralbau aus dem späten Historismus. Nach Plänen des Kirchenbaumeisters Max Hasak (1856–1934) wurde 1907 diese große Kirchen-Anlage in Ziegelbauweise geweiht. Die abstrahierende neugotische Bauweise zeugt von den architektonischen Entwicklungen dieser Jahre. Die flankierenden Mietshäuser gaben dem Ensemble schnell den Namen „Kreuzberger Vatikan“. Die Schaufassade an der Straße ist repräsentativ und aufwendig. Das Kircheninnere hingegen war eher schlicht als einschiffige Halle gestaltet. Während des 2. Weltkrieges brannte die Kirche aus und erhielt ab den 1950er Jahren eine neue Ausstattung. Besonders beeindruckend ist das letzte große Kunstwerk von 1969: ein Farbflächenbild als Lichtfolie. Es füllt die gesamte Chorrückwand und wirkt wie eine unendliche Erweiterung des Raumes. Der Künstler war Fred Thieler (1916–99), Professor an der Berliner Hochschule für Bildende Künste. Der Journalist und Kirchenführer Roland Metzler wird uns dieses Gotteshaus nahe bringen.
(Text auf Grundlage der „Kirchenkarte“ von Dr. Christine Goetz)
