Judentum

Das christlich-jüdische Gespräch bietet die Chance, gemeinsam auf Herausforderungen einer pluralistisch-säkularen Gesellschaft zu reagieren und jüdische wie katholische Positionen gerade im wechselseitigen Austausch deutlicher zu profilieren und öffentlich mit neuer Kraft wahrnehmbar zu machen. Diese Gegenwartsdimension des christlich-jüdischen Gesprächs als Begegnung von Lebensformen und Gemeinschaften, aber auch als geistesgeschichtliche Arbeit an Glaubens- und Denktraditionen bildet den Fokus des christlich-jüdischen Gesprächs an der Katholischen Akademie in Berlin.

Seit 1945 verbindet die zwei großen christlichen Kirchen Deutschlands ihre gemeinsame Verantwortung für die Pflege des christlich-jüdischen Gesprächs. Nach der Katastrophe der Shoah vollzog sich ein außergewöhnlicher theologischer Lernprozess. Durch das in den vergangenen Jahrzehnten gewachsene Vertrauen zwischen Judentum und katholischer Kirche vermag das christlich-jüdische Gespräch heute deutlich mehr zu sein als lediglich die Aufarbeitung von christlichem Antijudaismus und Erinnerung an die Verbrechen der Shoah. Angesichts neuer Wellen des Antisemitismus ist beides unverzichtbar, doch darin erschöpft sich der außergewöhnliche theologische Lernprozess nicht, den die katholische Kirche mit der Erklärung „Nostra aetate“ des Zweiten Vatikanischen Konzils vollzog. Johannes Paul II., Benedikt XVI. und Papst Franziskus bestätigten und vertieften diese wertschätzende Erneuerung des Verhältnisses zum Judentum.

 

 

 

Zum einen soll auf diese Weise die Verwandtschaft der Traditionen jüdischer und katholischer Intellektualität erkundet und fruchtbar gemacht werden, zum anderen wird damit auf die wegweisende Erklärung „Zwischen Jerusalem und Rom“ reagiert, die im Jahr 2017 durch die Rabbinerkonferenzen Europas, Amerikas und Israels veröffentlicht wurde.

 

Nicht Harmonie, sondern der Mut zur Artikulation von Differenzen ist das orientierende Prinzip solcher Begegnungen. Die existenziell ernsthafte Arbeit an der eigenen Tradition im Spiegel des Fremden verleiht dem christlich-jüdischen Gespräch neue Lebendigkeit und setzt neue Impulse zur Bildung religiöser Sprachfähigkeit im öffentlichen und politischen Raum. Gemeinsam gilt es, offensiv Debatten um die Rolle von Religion in der gegenwärtigen demokratischen Kultur Europas anzustoßen. Insbesondere katholische und jüdische Stimmen verbindet hier die Arbeit an einer „Hermeneutik der Tradition“. Berlin als Zentrum jüdischen Lebens in Deutschland und Europa ist für eine solche Erneuerung des christlich-jüdischen Gesprächs in herausragender Weise geeignet.

 

 

 

 


11Okt.

Donnerstag, 11.10.2018, 19.00 Uhr

Hans Urs von Balthasar und die dialogische Theologie

Akademieabend | Prof. Dr. Christoph Schmidt (Jerusalem), Prof. Dr. Wilhelm Schmidt-Biggemann (Berlin) und Prof. Dr. Dominique Bourel (Paris)

Zwischen katholischem und jüdischem Denken gibt es im 20. Jahrhundert einen intensiven Austausch, der jedoch selten zur Kenntnis genommen wird. Exemplarisch wird darum die Konstellation Hans Urs von Balthasar, Martin Buber sowie Jacob Taubes erkundet.


12Okt.

Freitag, 12.10.2018, 09.00-16.00 Uhr

Hans Urs von Balthasar und die dialogische Theologie

Studientag | Prof. Dr. Christoph Schmidt, Prof. Dr. Wilhelm Schmidt-Biggemann, Prof. Dr. Dominique Bourel, Prof. Dr. Micha Brumlik, Dr. Gloria Dell’Eva, Yemima Hadad, Dr. Herbert Kopp-Oberstebrink und Dr. Silvia Richter

Zwischen katholischem und jüdischem Denken gibt es im 20. Jahrhundert einen intensiven Austausch, der jedoch selten zur Kenntnis genommen wird. Exemplarisch wird darum die Konstellation Hans Urs von Balthasar, Martin Buber sowie Jacob Taubes erkundet.


08Nov.

Donnerstag, 08.11.2018, 19.00-20.00 Uhr

Religiöse Kulturkritik. Egon Friedell und die Folgen

Akademieabend | Dr. Bernhard Viel, Berlin und PD Dr. Bernhard Fetz, Direktor des Literaturarchivs der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien

Egon Friedell ist ein bemerkenswerter Berührungspunkt von Wiener und Berliner Moderne.


21Feb.

Donnerstag, 21.02.2019 – Samstag, 23.02.2019

Geschichtsphilosophie und Eschatologie. Perspektiven nach Jacob Taubes

Tagung | Prof. Dr. Wilhelm Schmidt-Biggemann (Berlin), Prof. Dr. Jürgen Manemann (Hannover), u.a.

Im jährlichen Rhythmus versammeln sich jeweils Ende Februar Studenten, Doktoranden und Postdoktoranden aus Deutschland und Europa an der Katholischen Akademie in Berlin, um aktuellen Fragen der Religionsphilosophie nachzudenken.


21Feb.

Donnerstag, 21.02.2019, 19.00 Uhr

Geschichtsphilosophie und Eschatologie. Perspektiven nach Jacob Taubes

Akademieabend | Prof. Dr. Wilhelm Schmidt-Biggemann (Berlin), Prof. Dr. Jürgen Manemann (Hannover), u.a.

Im jährlichen Rhythmus versammeln sich jeweils Ende Februar Studenten, Doktoranden und Postdoktoranden aus Deutschland und Europa an der Katholischen Akademie in Berlin, um aktuellen Fragen der Religionsphilosophie nachzudenken.

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