Juli 2010

Predigt am 17. Sonntag im Jahreskreis
25. Juli 2010
Lk 11,1-13

Über das Beten

„Herr, lehre uns beten!“ ist die Bitte der Jünger im Evangelium, als sie Jesus im Gebet versunken erlebten. Vielleicht ist es uns auch schon so gegangen, daß wir einen Menschen haben beten sehen, und dann bei uns gedacht haben, das möchte ich auch!
Der Philosophin Edith Stein, der hl. Theresa Benedikta, ist das einige Jahre vor ihrer Konversion zum katholischen Glauben passiert, sie war auf einer Reise und wollte den Kaiserdom in Frankfurt am Main besichtigen. Später erinnert sie sich:
„Wir traten für einige Minuten in den Dom, und während wir in ehrfürchtigem Schweigen dort verweilten, kam eine Frau mit ihrem Marktkorb herein und kniete zu einem kurzen Gebet in einer Bank nieder. Das war für mich etwas ganz Neues. In die Synagogen und in die protestantischen Kirchen, die ich besucht hatte, ging man nur zum Gottesdienst. Hier aber kam jemand mitten aus den Werktagsgeschäften in die menschenleere Kirche wie zu einem vertrauten Gespräch. Das habe ich nie vergessen können".

Der Evangelist Lukas führt mit einer ähnlichen Szene in das heutige Evangelium ein. Erwarten würde man nun eine Gebetsanleitung, wie wir sie aus dem Matthäusevangelium kennen. „Wenn du betest, dann geh in deine Kammer und schließe die Tür zu.“
Aber das geschieht nicht. Er überliefert eine ganz kurze Abfolge von Bitten, die wir alle kennen: das Vater unser.
Bevor wir still für uns, möglicherweise in großer Vertrautheit und Selbstverständlichkeit beten können, müssen wir es gemeinsam tun.
Das betende „Ich“ steht nicht am Anfang, sondern das betende „Wir“.
Das was Jesus hier im Evangelium tut, ist ein Gebet vorzubeten, vorzusprechen. Es gibt eine Distanz zwischen ihm und den Jüngern, die nicht einfach zu überwinden ist. Er erklärt ihnen nicht, was er gerade im Verborgenen gebetet hat oder wie es ihm gerade ergangen ist und woran er gedacht hat. Aber er möchte seine Jünger in diese besondere Gebetshaltung mit hineinnehmen.
Wir kennen auch das Scheitern dieses Versuchs gemeinsam mit den Jüngern zu beten. Hierfür steht die Szene im Garten Gethsemane: „Betet, dass ihr nicht in Versuchung geratet! Und er entfernte sich einen Steinwurf weit von ihnen und kniete nieder und betete.“ (Lk 22,40)
Die Jünger aber waren eingeschlafen. Hier fügt der Evangelist jedoch ein, was Jesus gebetet hat: Dein Wille geschehe - wieder eine Bitte, die wir auch im Vaterunser sprechen.

Die Aufforderung im Gebet nicht nachzulassen, immer wieder zu beten, wird durch Jesu persönliche Gebetspraxis unterstrichen. Und dieser Meister des Gebets formuliert ein „Unser“!
Das ist das wichtigste Wort am Vaterunser - es heißt nicht „Vater Christi, der du bist im Himmel, dein Name werde geheiligt“ obwohl das durchaus richtig wäre, sondern einfach „Vater!“, „Unser Vater!“
Das ist das größte und geheimnisvollste am Christentum, daß es überzeugt davon ist, daß seit Christus auf der Erde gelebt hat, es eine besondere Beziehung zu dem unsichtbaren und so fernen und erhabenen Gott gibt: die so stark ist wie die eines Kindes zu seinen Eltern. Unser Christentum ist eine ständige Einübung ins Kindsein. Und eben nicht in die Daseinsform eines Einzelkindes, sondern einer Gemeinschaft von Kindern, die einen gemeinsamen Vater haben. Erst daraus ergibt sich das vertrauliche Gespräch, das stille Gebet, die Geborgenheit in Gott, nach der wir uns sehnen.

Es ist selten geworden, das Gebet in dieser Stadt. Wir haben verglichen mit anderen Hauptstädten recht wenige Kirchen in Berlin, sehr viele Kirchen sind nach dem Zweiten Weltkrieg nicht wieder aufgebaut worden, und die übriggebliebenen stehen leer, werden anders genutzt, sind häufig keine Orte des Gebets mehr. Sie sind Erinnerungen an Zeiten, in denen scheinbar mehr gebetet wurde. Und doch gibt es auch Freikirchen, die lieber ihre Gottesdienste im Kinosaal halten, gibt es Kirchen, die offengehalten werden für das Gebet - in denen ständig gebetet wird. Die Hedwigskathedrale, die Clemenskirche in der Stresemannstraße - auch die Akademiekirche, in der sich immer wieder jemand findet, um in Ruhe zum Gebet zu finden.
Wenn aber früher - z.B. zur Zeit Jesu - aber mehr öffentlich gebetet wurde, warum durchzieht dann das ganze Lukasevangelium immer wieder unermüdlich die Aufforderung: „Betet! Klopft an!“? Wenn das Gebet früher so selbstverständlich war, warum dann Beispielgeschichten erzählen, daß das Gebet nicht vergebens ist?
Vielleicht war es auch in früheren Zeiten überhaupt nicht selbstverständlich, sich einzugestehen, daß man Bitten hat. Daß man sich nicht abfindet mit der Welt, so wie sie ist. Daß man eine Not hat und nicht schon von selbst sich die Zufriedenheit einredet. Zuzugeben, daß man betet, bedeutet immer auch ein Eingeständnis. Daß man eben nicht selbstzufrieden sagen kann: ich bin auf der Gewinnerseite, mir fehlt nichts, ich brauche um nichts zu bitten. Ich hab doch alles!
Und wenn wir zufällig einmal glücklich sind, weil wir uns beschenkt fühlen, dann könnten wir immer noch im Gottesdienst gemeinsam mit den Menschen beten, die große Not in ihrem Herzen tragen. Denn denen die gemeinsam etwas erbitten, ist mehr verheißen.

Bitten wir Gott, daß unsere Gottesdienste nicht nur Orte der Verkündigung sein mögen, sondern auch Momente des Gebets. Zeiten, in denen wir gemeinsam das Gebet erlernen, in denen wir die Erfahrung des gemeinsamen Gebets machen, das uns im Alltag trägt.


Predigt am 16. Sonntag im Jahreskreis
18. Juli 2010, 12:00 Uhr
Lk 10,38ff

Komm, Herr Jesus, sei du unser Gast!

In der Nationalgalerie auf der Museumsinsel gibt es ein Gemälde des protestantischen Malers Fritz von Uhde mit dem Titel „Komm Herr Jesu, sei unser Gast“, das in naturalistischer Manier eine einfache Bauernfamilie zeigt, die um den Mittagstisch versammelt ist. Die Hände aller sind gefaltet und da kommt Jesus mit einem Heiligenschein und langem blauem Gewand und tritt zum Tisch.

In den Lesungen des heutigen Sonntags geht es ganz offensichtlich auch um die Gastfreundschaft.
Abraham bewirtet drei geheimnisvolle Gottesmänner und Maria und Marta haben gleichfalls einen Gast.
Nun haben beide Lesungen, so verschieden sie sind, jeweils eine ganz eigene sehr reiche Auslegungstradition. Und diese hat nur recht wenig mit Gastfreundschaft zu tun. Im Buch Genesis haben wir es mit einer Epiphanie zu tun, die den Grundstein legt für die Isaaksgeschichte. Es ist der Beginn der Erfüllung einer großen Verheißung. Das geheimnisvolle Gastmahl ist nur ein Zeichen.
Und unser Evangelientext wird seit der Zeit der Kirchenväter als eine Allegorie gelesen auf das Spannungsverhältnis zwischen der vita activa und der vita contemplativa.
Gerade dieser Text ist recht bekannt, und doch ist er sehr schwer zu interpretieren.
Die Überlieferung des griechischen Textes ist nicht eindeutig, der wörtliche Sinn ist dunkel und wird ziemlich glättend übersetzt. Was ist denn das „Eine“, das not ist? Was ist denn der sogenannte „gute Teil“? Und was macht Marta da eigentlich die ganze Zeit?
Die Vorstellung, daß Marta gleichsam nur aus der Küche zu hören ist, und geräuschvoll hantiert, wie in einem bekannten Loriot-Sketch, legt sich nahe.
Doch für getrennte Kochräumlichkeiten gibt es kaum archäologische Anhaltspunkte. In den Dörfern Palästinas hatte man gewöhnlich nur einen einzigen Raum.
Es gibt daher Exegeten, die die Möglichkeit verteidigen, den Text so zu lesen, daß Maria und Marta beide zu Füßen des lieben Gastes sitzen. Im Deutschen haben wir ein unübersetzbares (aber heute etwas belächeltes, fast verpöntes) Wort für eine solche Szene: gemütlich. Die ganze Szene durchströmt Gemütlichkeit. Gastlichkeit hängt im Deutschen sehr mit Gemütlichkeit zusammen. Der Gast soll es sich gemütlich machen. Im klassischen Sinne des Wortes: auf das Gemüt wirkend. Ein Austausch von Gedanken, die das Gemüt anregen, es geht um einen Moment der Muße im kleinen Kreis in heiterer, entspannter und privater Atmosphäre.

Und dann kommt der Schnitt: die eine möchte die Gemütlichkeit durch perfekte Bewirtung steigern, die andere will den Augenblick auskosten. Die eine ist sehr geschäftig, die andere ist ganz fasziniert, so jedenfalls, daß sie nicht beim Bedienen hilft.

Die traditionelle Gegenüberstellung der vita activa und der contemplativa hat dadurch im Nachhinein wieder recht bekommen.
Nun ist diese Trennung unpopulär. Nein keine Rollenspiele mehr! Jeder kann doch mal mit helfen! Und wirklich kontemplative Menschen, die sich der Muße ergeben und nachdenken, die fassen nämlich gerne mit zu! Ora et labora! Beides ist gleichberechtigt. So hört man es heute oft.

Ehrlich gesagt, ich stehe beim Essen nur sehr ungern vom Tisch auf. Ich finde es furchtbar, wenn man sich unterhält und einer räumt hier und dort. Es gibt zwei Formen der Gastfreundschaft: Man kann sich dem Gast widmen, in dem man ihn überschüttet und man kann sich dem Gast widmen, indem man seine Nähe aushält. Es sind beide Antriebe da. Aber sie schließen einander aus.
Unsere heutige Zeit ist aber der Meinung, daß immer alles geht: Dogma der Gleichzeitigkeit. Man kann geschäftig und konzentriert zugleich sein, man kann aufmerksam sein und gleichzeitig ständig Emails empfangen, man kann unterwegs sein, Auto fahren und gleichzeitig sich tiefschürfende Gedanken machen. Multitasking nennt man das heute.
Ich gestehe - ich kann das nicht. Und ich bin davon überzeugt, daß es viele Menschen überfordert. Es gibt Dinge, die sind schwieriger als andere, denen man versucht auszuweichen.
Die Kontemplation - das betrachtende Gebet - ist nichts für unterwegs. Man benötigt Zeit. Das Telefon muß ausgeschaltet werden.

Ich glaube, hier kann man nicht das eine und das andere haben. Und ich weiß, daß es eine Menge Menschen unter uns gibt, die genau danach Sehnsucht haben. Wieder bei sich selbst ankommen. Wieder etwas spüren. Einmal eine kurze Pause machen. Einmal ein etwas längeres Gebet sprechen.
Natürlich kann man das alles verschieben, aufschieben, wegschieben.
Wir hören die Glocken läuten, und es gefällt uns auch. Aber daß sie uns zur Unterbrechung des Alltags rufen, das ist uns abhanden gekommen. Daß sie einen Moment des Innehaltens bezeichnen, ist uns fremd geworden. Denn das kann man ja alles noch später machen.

Die warme Ferienzeit ist für viele Menschen die einzige Möglichkeit, sich einmal ein paar Minuten zurückzuziehen und ich kann nur jedem gratulieren, der das tut.
Wir könnten überrascht sein, daß wir auf etwas stoßen, das uns vorher unbekannt war. Wir könnten überrascht sein, wenn Jesus unser Gebet erhört: Komm Herr Jesus, sei du unser Gast!


Predigt am 15. Sonntag im Jahreskreis
11. Juli 2010, 12:00 Uhr

Dtn 30,10-14; Lk 10,25-37

Dein Herz besichtigen!

Die Lesung aus dem Alten Testament über den Ort des Gesetzes paßt ganz hervorragend zu dem bekannten Evangelium vom barmherzigen Samariter.
Wir könnten dieses Evangelium sicher sofort nacherzählen und würden die Sache sicher auch gerne ausschmücken. Das fällt uns nicht schwer, wir benötigen keine gefährliche Straße von Jerichow nach Jerusalem, sondern bei uns reicht der U-Bahnhof oder die Bushaltestelle: Material finden sie in jeder Lokalzeitung.
Der Sozialist würde die Geschichte vom armen Arbeiter erzählen, der am Zahltag ausgeplündert wurde, vorbeigefahren wird da ein Fabrikbesitzer, dann ein Staatsbeamter - schließlich kommt ein ausländischer Klassenbruder hinzu und übt selbstlose Solidarität.
Aber auch ein Neoliberaler könnte die Geschichte erzählen. Hier wäre der Ausgeplünderte der kleine Ladenbesitzer, der gerade die Miete für sein Geschäft zahlen kann. Am Tag vor dem ersten Urlaub, seit 15 Jahren wird er von anarchistischen Jugendlichen überfallen: Vorbei gefahren wird der Gewerkschaftsboß im Phaeton, der sich darüber aufregt, wie lange heutzutage die Rettungswagen brauchen, vorbei geht der ängstliche Polizeibeamte (der seine lädierten Kollegen im Kopf hat) - schaut auf die Uhr, nur ein ausländischer Geschäftsman, der kaum deutsch spricht, nimmt sich des Händlers an.

Geht es in der Geschichte wirklich darum, auf eindrückliche Art und Weise den Menschen ihre Schwächen und Egoismen vor Augen zu führen? Dem Frager elegant eins auszuwischen?

Nein. Jesus antwortet tatsächlich auf die Frage nach dem sinnerfüllten, lebenssatten Leben. Er macht den Schriftgelehrten nicht lächerlich.
Und wir sollten das auch nicht. Die Frage ist zutiefst berechtigt. Es ist schon selten genug, daß jemand überhaupt fragt: was muß ich tun, damit mein Leben gelingt, das heißt bei Gott landet?
Es ist die Frage danach, welche Normen, welche Gesetze ich einhalten muß. Eine Frage, die in Deutschland übrigens so oft gestellt wird, daß man sie schon fast gar nicht mehr als solche erkennt. Welche Vorschrift? Welche Richtlinie? Welcher Kompetenzbereich? Ordnungsgemäß? „Es herrscht massiver Regelungsbedarf“ ist immer noch eine unserer Lieblingsformulierungen. Und ich habe den Eindruck, daß die Regelungswut immer größer wird, weil das Vertrauen in die Belastbarkeit unserer sozialen Bindungen und Selbstverständlichkeiten immer geringer wird.

Weicht Jesus nun der durchaus berechtigten Frage des Schriftgelehrten aus? Er erzählt eine betroffen machende Geschichte. in der wir selbst vorkommen. -
Du bist selbst der Nächste! Wenn du aus ganzem Herzen rufst „Gott, erbarme dich meiner!“ dann erbarme dich auch der anderen. Das Gesetz steht nirgendwo geschrieben, nicht im Himmel, nicht jenseits des Ozeans, sondern es steht in deinem Herzen. Dort kannst du es finden. Es ist nicht schwer, du kannst es halten. Das könnte im Urlaub auf der Liste der Sehenswürdigkeiten, die Sie anschauen wollen, ganz oben stehen. Dein Herz besichtigen! Und wenn du gesehen hast, was darin ist, dann schenke es hin, dem der es am nötigsten hat. Amen.


Predigt am 14. Sonntag im Jahreskreis
04. Juli 2010
Lk 10,1-20

Ernte ist immer

In der vergangenen Woche gab es Neuigkeiten aus Rom zu berichten: Bischof Mixa wurde vom Papst empfangen und soll sich für die Versöhnung zwischen den Gruppen einsetzen, die im Bistum Augsburg miteinander verfeindet sind, d.h. er soll sich zurückziehen. Was nicht berichtet wurde: Der Papst hat auch einen neuen Rat gegründet - für die Neuevangelisierung. Der Erzbischof Rino Fisichella wird sein erster Vorsitzender. Im Gegensatz zur Kongregation für die Evangelisierung der Völker richtet sich deren Arbeitsfeld v.a. auf Länder, in denen das Christentum schon sehr lange gelebt wurde, aber inzwischen nur noch von einer Minderheit getragen wird. Auch der Erfurter Bischof Wanke hat solch eine Institution ins Leben gerufen: eine Zentralstelle für missionarische Pastoral der Bischofskonferenz.
Ob diese das heutige Evangelium dazu als Grundlagentext dazu anpreisen würden, dürfte fraglich sein.
Die Aussendung der 72 Jünger und ihr Bericht ist so voller Merkwürdigkeiten und Schwierigkeiten. So dürfte heute kein Mensch agieren. Keine Versorgung, keine Versicherung, keine Grüße unterwegs, keine Speisenwahl. Nur die Mittel des Segnens und des Verfluchens sollen eingesetzt werden.

Das ist nicht ein wenig merkwürdig, sondern es ist extrem. Der Jesus des Lukasevangeliums ist nicht nur einer, der Geschichten vom barmherzigen Samariter und vom verlorenen Sohn zu erzählen weiß  - er ist unter der netten Oberfläche ein Extremist. Das ist schwierig auszuhalten. Und als ob das nicht schon genug wäre, dann kommt noch zu guter Letzt der Satan ins Spiel. Dieses Evangelium ist in keiner Weise politisch korrekt.

Künder der Freundlichen Botschaft
Was soll das alles? Wir sind es gewohnt, die Evangelien auf Freundlichkeiten und heitere Lebensweisheiten abzusuchen und darüber sprechen die Prediger auch gern.
Bei unserem Evangelium wird das in etwa so lauten: Wenn Sie bald den Urlaubskoffer packen, dann nehmen Sie nicht zu viel mit. Man muß sich auch mal von etwas trennen können.

So kann ich nicht sprechen, denn ich glaube, daß dieses Evangelium, das sich in seiner Radikalität an die Texte der vergangenen Sonntage anschließt, uns und unser Nachdenken über das Christsein in dieser Welt prägen sollte.

Ernte ohne Ernte
Die Kirchenväter haben die Aussendung der 72 Jünger auf das Priestertum bezogen - wie sie die Apostel in ihrer Sendung mit dem Auftrag der Bischöfe vergleichen. In diesem Jahr gab es im Bistum keine einzige Priesterweihe. Wir haben am Dienstag das 50te Weihejubiläum des Erzbischofs gefeiert, aber in diesem Jahr fand sich niemand bereit, zu sagen: Es gibt nur wenig Arbeiter - schicke mich in die Ernte. Ich trete dein Erbe an. Ich mache weiter, wenn du nicht mehr kannst.
Und während der gesamten Feier fragte auch niemand danach - vielleicht um die Feierlaune nicht zu verderben?
Wir hören heute vielfach, man solle die Bedingungen für die Zulassung zum Priesteramt lockern, damit mehr Menschen angezogen werden, damit die Kirche ihre pastoralen Aufgaben erfüllen kann.
Was sind denn das für Aufgaben? Ist die Kirche dazu da, möglichst viele hübsche Pfarrhäuser mit netten Leuten zu besiedeln, die am Telefon freundlich sind? Oder soll sie das Evangelium Christi verkünden? Soll sie sagen: Barmherzigkeit, Versöhnung, Feindesliebe - das sparen wir uns für später auf! Jetzt müssen wir erstmal die Bilanzen im Blick haben und reden den Leuten nach dem Mund.
Das Böse im Herzen der Menschen kommt da nicht vor und da fällt auch kein Satan mehr vom Himmel.

Welche Kriterien tatsächlich nützlich sind, um Menschen auszuwählen, die die Botschaft Christi weitertragen, darüber kann man und muß man streiten. Aber die Radikalität der Botschaft vom anbrechenden Gottesreich mitten unter uns in ein wohlfeiles Angebot auf dem Markt der Möglichkeiten zu verwandeln, darüber darf man nicht verhandeln!
Deshalb möchte ich werben für einen Stil der Entschiedenheit und der Liebe zum Evangelium Christi. Nur wenn die Menschen spüren, daß es uns um etwas anderes geht, als um einen funktionierenden Laden, als um sozialen Ausgleich und Freundlichkeit für alle, nur dann werden sie anfangen zu suchen, ob da etwas ist, das fasziniert, etwas, von dem auch sie leben könnten.

So radikal wie Lukas von der barmherzigen Liebe Gottes spricht, so radikal spricht er, wenn es um den Auftrag geht, das Böse aus dieser Welt zu vertreiben.
Bitten wir den Herrn der Ernte um Arbeiter, die bereit sind, sich auf das Abenteuer der radikalen Liebe Christi einzulassen.



Empfehlen

Sie sind der Meinung, Ihre Freunde oder Kollegen werden sich ebenfalls für das Thema interessieren? Dann empfehlen Sie die Seite einfach weiter, indem Sie das folgende Formular ausfüllen und versenden.

Zu versendende Seite:
Juli 2010




Um Spammissbrauch zu verhindern, bitten wir Sie, folgende Sicherheitsfrage zu beantworten: In welcher Stadt befindet sich die Katholische Akademie in Berlin e.V.? *

Anmeldung zur Veranstaltung:

Um eine effektivere Raumplanung vornehmen zu können, würden wir uns freuen, wenn Sie sich für diese Veranstaltung anmelden. Durch die Angabe Ihrer Mailadresse können wir Sie über kurzfristige Änderungen informieren.




(freiwillig)

An der Veranstaltung nehme/n ich und zusätzlich teil.



Um Spammissbrauch zu verhindern, bitten wir Sie, folgende Sicherheitsfrage zu beantworten: In welcher Stadt befindet sich die Katholische Akademie in Berlin e.V.? *


Katholische Akademie in Berlin e.V., Hannoversche Str. 5, 10115 Berlin
Tel. (030) 28 30 95-0, Fax. (030) 28 30 95-147