Junge Akademie - JA

   johann sebastian bach              bettina von arnim  

 

Was kann ich wissen?    Was soll ich tun?    Was darf ich hoffen?                                                   

Die drei Fragen, die Immanuel Kant der Philosophie aufgetragen hat, werden in der Jungen Akademie sehr konkret, nämlich bezogen auf den einzelnen Menschen, behandelt. Wir interessieren uns als Lehrende für die Leidenschaften und Sehnsüchte, für die Besorgnisse und Freuden der Teilnehmenden. Wir nehmen rationale Argumente genauso ernst wie Gefühle und spontane Einlassungen. Wir suchen zu ermuntern zum Selbstdenken, glauben aber auch, dass Demut vor großen geistigen Zeugnissen, aus denen Autorität spricht, notwendig ist, um etwas lernen zu können. Wir verfolgen die Absicht, den Teilnehmern der Jungen Akademie ehrlich zu begegnen, ihnen nicht nach dem Mund zu reden, sondern ihren Geist und ihre Seele zu fordern, ihnen zu helfen, über den Tellerrand zu schauen, sich nicht einzuigeln, sondern auszusetzen.

Und da die Einzelseele keine Monade ist, die sich selbst genügt: die aus sich selbst heraus handelt und bestehen kann, sind wir der Überzeugung, dass die Aneignung von Wissen und Weisheit auf den Feldern von Kunst, Politik, Religion und Wissenschaft nötig ist, um sich selbst und die anderen zu verstehen, um zu begreifen, was ich denke, wenn ich etwas Bestimmtes denke, wie die geschichtlichen Dinge auf mich wirken und wie ich selbst vielleicht individuell, im Rahmen meiner Möglichkeiten, auf die Geschichte zurückwirken kann.

Bei alledem geht es uns, last but not least, um die Freude am Denken, um den schöpferischen Prozess der Aneignung des Wissens im Dienste der individuellen Selbstwerdung und der Glückseligkeit. Wir arbeiten mit Büchern, mit Filmen, wir diskutieren und schweigen, wir üben das Lesen komplexer Texte und das kluge Argumentieren, wir essen zusammen und trinken Rotwein. Wir suchen einen Pfahl der Zuversicht in den Boden zu rammen, gegen die aufweichende Tristesse unserer Zeit, ohne dass wir uns deshalb den Plumpheiten des positiven Denkens überlassen. Halbleere Gläser, die angeblich halbvoll sind, gibt es bei uns nicht. Wo etwas nicht positiv ist oder nicht als solches empfunden wird, muss es benannt werden dürfen. Innere Freude und berechtigte Negativität, Religiosität und anti-religiöse Affekte haben bei uns ihren Raum, genauso wie auseinandergehende politisch-moralische Einstellungen, über die wir nicht den Richterspruch sprechen. Nur Gleichgültigkeit, Desinteresse und Angepasstheit mögen wir nicht. 

Das Jahresprogramm 2012 ist  hier online einzusehen und kann auch in der Druckversion bestellt werden.                            

 


13Feb.

Montag, 13.02.2017, 09.00-12.00 Uhr

Wer hat Angst vor der Evolution?

Religion und Naturwissenschaften im Gespräch

Berliner Oberstufenforum Theologie / Philosophie | Dr. Katharina Peetz, Saarbrücken

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