Dienstag, 25.06.2019, 17.00-19.00 Uhr

"Bei mir geht es um Freundlichkeit und Zuhören und Erzählen"

Erzählcafé

Liebe Freundinnen und Freunde des Erzählcafés, das sind für Gesine Palmer Kräfte, die Ihr helfen sich in den Widrigkeiten des Lebens zu behaupten. Sie ist unser letzter Gast vor der Sommerpause. Ich heiße Frau Palmer & auch Sie ganz herzlich willkommen.

Unser Thema wird Erzählen, die Freude am Sprechen, aber auch das Misslingen von Sprache, das ins Leere Fallen von Worten sein. In drei Abschnitte gliedert Gesine Palmer die Erzählung von ihrem bisherigen Leben:

  1. Aufgehoben in Sprache: Das Aufwachsen als drittes von sechs Geschwistern in einem evangelischen Pfarrhaushalt im Westdeutschland der sechziger und siebziger Jahre bis zu ihrem Studium religionsphilosophischer Fächer, das sie mit 20 Jahren ernsthaft in Angriff nahm (und 1996 mit der Promotion abschloss). Als Kind war sie von Geschichten umgeben und liebte es, ihre Geschwister mit nacherzählten oder erfundenen Geschichten zu unterhalten. Eine Gabe, die sich die Mutter gern zu Nutze machte, indem sie Gesine wahlweise den Kleineren oder Größeren Geschichten erzählen ließ, während die Mutter sich um die andere Hälfte der Geschwister kümmerte. 

  2. Im Studium lernte sie eher das akademische Arbeiten, sprachlich: das Analysieren und Erklären. Erzählen blieb dann Privatsache. Die andere Privatsache von Gesine Palmer, eine Familiengründung, entwickelte sich jedoch nicht so gut. Die Scheidung ihrer Ehe war mit einem Sorgerechtsprozess verbunden, den sie verlor. Es gelang ihr, die enge und lebendige Beziehung zu ihren Töchtern „gut genug“ zu erhalten und weiterzuentwickeln. Aber angesichts einer „siegreichen Meistererzählung der anderen Seite“ die eigene Sprache vor Gericht als unbrauchbar zu erleben – das war eine verstörende Erfahrung.  Wie wenn die eigenen Worte ins Leere fallen und auf keinerlei Resonanz stoßen.

  3. In der Folgezeit schrieb sie zuweilen an den akademischen Erfordernissen vorbei wie im Kampf um das Lebenselixier „eigene Sprache“. Die Freude an der Sprache kehrte wieder: ab 2007 baute sich Gesine Palmer eine Existenz als Trauerrednerin auf. Freundlichkeit, Zuhören und das rechte Maß an Empathie ermöglichen ihr, das, was ihr über die Verstorbenen erzählt wurde, in eine neue Erzählform zu verwandeln, die die Trauernden erreicht und ihnen hilft, Abschied zu nehmen.

Herzliche Einladung beim nächsten Erzählcafé – LEBENSLINIEN am Dienstag, dem 25.6.2019 um 17:00 Uhr im Clubraum der Katholischen Akademie in der Hannoverschen Straße 5, 10115 Berlin dabei zu sein. Der Eintritt ist wie immer frei.

Ich freue mich auf die Geschichten von und das Gespräch mit Gesine Palmer und bin gespannt, was Sie dazu zu erzählen haben.

Liebe Freundinnen und Freunde des Erzählcafés, jetzt haben wir gemeinsam unsere erste Saison von September bis Juni mit Geschichten durchwandert. Wenn ich zurückblicke, bewegen und freuen mich die unterschiedlichen Abende noch immer in ihrer Vielfalt.

Herzlichen Dank für Ihre Treue und wir sehen uns hoffentlich wieder am 25.9.2019 zum Erzählcafé.          

Ihr Peter Gößwein

Gastreferenten: Gesine Palmer

Ort: Katholische Akademie in Berlin

Referent

Peter Gößwein

Gespräch nach der Vorstellung; Erzählcafé

Veranstaltungskontakt

Katholische Akademie in Berlin e.V.
Hannoversche Str. 5, 10115 Berlin

Tel. (030) 28 30 95-0
Fax (030) 28 30 95-147

Kontaktformular

Anmeldung zur Veranstaltung:

Zur Erleichterung unserer organisatorischen Vorbereitung würden wir uns freuen, wenn Sie sich für diese Veranstaltung anmelden.




(freiwillig)

An der Veranstaltung nehme/n ich und zusätzlich teil.



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