Mittwoch, 19.06.2019 – Sonntag, 23.06.2019

A U S G E B U C H T - Unterwegs dahin, wo wir herkommen - Thomas Mann: Joseph und seine Brüder

Ein Menschheitsgedicht, Teil I: Die Geschichten Jaakobs

Seminar

Thomas Mann hatte immer wieder Angst vor einem neuen Werk. Um sich selbst über die wahren Ausmaße eines Projekts zu betrügen, redete er sich ein, es werde nur eine rasche kleine Erzählung, eine kurze Novelle, nichts, was etwa lang dauern würde.

So fing er 1926 auch an, eine Kleinigkeit zu erzählen: die bekannte alttestamentliche Geschichte von Joseph, der von seinen Brüdern in den Brunnen geworfen und dann nach Ägypten verkauft wird, wo er zu Pharaos Liebling und Stellvertreter aufsteigt und zum Herrn über die Kornkammern wird. Selten hatte sich Thomas Mann so getäuscht. Sechzehn Jahre schrieb er an seiner Romantetralogie Joseph und seine Brüder, die mit rund 2.000 Seiten sein umfangreichstes Werk werden sollte. In der Weimarer Republik begonnen, begleitete die Arbeit am Roman Manns Kampf gegen den Nationalsozialismus und den Gang ins Exil – wie auch Joseph vertrieben wird, um sich in der Fremde ein neues Leben aufzubauen. 1943 war das Werk vollbracht: unter der Sonne Kaliforniens, in dem Land, das eine neue Heimat geworden war und wo mit Präsident Roosevelt Thomas Manns Pharao regierte. Das Riesenwerk ist Menschheitsgedicht und Fabulierexzess, wissenschaftlich fundiert und hinreißend erzählt.

Die vier Romane führen in die Welt der frühen Menschen einer unvordenklichen Zeit, die sich auf je eigene Weise auf die Suche nach Gott machen. Mann nimmt die biblische Geschichte und bettet sie ein in die vielstimmige Überlieferung: Verschiedene Kulturen mit ihren jeweiligen Göttern treffen aufeinander im Nomadenzug. Das Fest der Erzählung, das in den Romanen immer wieder beschworen wird, ist witzig und heiter, obwohl es sich abspielt über einem Grund von Trauer und Verlust. Und stets scheint die Gegenwart des Erzählers durch, und im biblischen Mythos spiegelt sich das Weltgeschehen.

Gastreferenten: Dr. Tim Lörke, Berlin und Annegret Wolfram, Stuttgart

Ort: Katholische Akademie in Berlin

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