Dr. Martin Knechtges
Martin Knechtges (Jg. 1967) hat Philosophie, Soziologie und Linguistik in Konstanz, Bielefeld und Atlanta studiert und ist seit Ende 1999 wissenschaftlicher Referent an der Katholischen Akademie in Berlin.
Aufgewachsen in der Vulkaneifel nahe dem Kloster Maria Laach, interessierte er sich früh für die Idee der Gemeinschaft. In seinem theoretischen Studium der Sprache hoffte er zum Wesentlichen dessen vorzudringen, was Menschen miteinander teilen.Enttäuscht von den Grenzen einer linguistischen Betrachtungsweise und angestachelt von jenem weiteren Feld, das ihm die Spätphilosophie Wittgensteins, die Sprechakttheorie und Studien der Sprachethnographie eröffneten, galt sein wissenschaftliches Interesse zunächst den Grundlagen sprachlicher Kommunikation. An der Katholischen Akademie wandte er den Blick der Anthropologie und religionsphilosophischen Fragen zu. Übungen in Nachdenklichkeit zum Umgang mit dem eigenen Glauben und Zweifel sowie Erkundungen im Feld der "katholischen Intellektualität" stehen hier im Fokus seiner Aufmerksamkeit.
Selbstporträt im Spiegel von Gerhard Richter (2012)
In beinahe allen Fragen das Laienhafte der eigenen Annäherung entdecken und es gutheißen, ohne sich zufrieden zu geben mit den Grenzen der eigenen Bildung, hierin sieht er einen Haltepunkt der eigenen Denkbewegung, aber auch einen besonderen Auftrag zur Weitergabe - so in der von ihm gegründeten Jungen Akademie.
Zusammen mit dem Autor Jörg Schenuit gibt er "Fuge. Journal für Religion & Moderne" heraus.Die Bände des Journals erscheinen im Schöningh-Verlag.Seit deren Einrichtung (Oktober 2005) ist Martin Knechtges berufenes Mitglied der Ethik-Kommission des Landes Berlin.
Veröffentlichungen:
Herausgeber von Fuge. Journal für Religion & Moderne (2007ff)
Warum nicht Dominikaner? Katholische Intellektualität zwischen Aberdeen und Oxford (Gespräch mit Fergus Kerr OP) in Fuge, Bd. 9: Angesichts der Anfechtungen: Paideia, Paderborn 2011, S. 49-59
Die ›schöne Wendigkeit‹ der Gnade (Gespräch mit Sr. Corona Bamberg OSB) in Fuge, Bd. 8: Das gemessene Band, Paderborn 2011, S. 49-61.
Sehnsüchtiges Lesen. Oder: Die legitime Suche nach Vorbildern, in: Fuge, Bd. 7: Der Anfang, Paderborn 2010, S. 112-21.
Heimat und Kindheit. Unterwegs mit dem britischen Dichter Ted Hughes (1930-98) , in epd Dokumentation 33/2010
Lob der Hagebutten. Eine Art Bekenntnis , in: Fuge, Bd. 5: Verwandlung, Paderborn 2009, S. 7-18.
Im Garten des Philosophen (im Gespräch mit John Cottingham), in: FUGE, Bd. 3: Der Staub Gottes, Paderborn 2008, S. 73–85.
Die Sammlung der Versprengten. Eine Einführung in die Fuge (gemeinsam mit Jörg Schenuit) in: FUGE, Bd. 1: Das Westliche Dilemma, Paderborn 2007, S. 7–19.
Der Theolog’als Kontingenzbewältiger? , in: Gegenworte: Zeitschrift für den Disput über Wissen, Heft 13/2004 (Die Reduktion frisst ihre Kinder).
Gebrauchte Namen , Dissertation an der Universität Bielefeld 1999.

