Politik und Religion
Religion umfasst den ganzen Menschen und hat somit aus sich heraus politische Implikationen. Gerade Gläubigen kann der politisch heiße Kern der Religion nicht gleichgültig sein. Seit dem 11. September 2001 ist dieser Kern vor allem in Gestalt fundamentalistischer Potentiale hervorgetreten. Das Konfliktpotential des Religiösen motiviert einige dazu, das Religiöse aus der öffentlichen Sphäre möglichst vollständig verbannen zu wollen. Der laizistischen Ansatz gerät jedoch in Konflikt mit der positiven Religionsfreiheit und einem pluralen Begriff von Öffentlichkeit.
Parallel zu dieser Entwicklung vollzieht sich eine gesellschaftliche Selbstvergewisserung auch im Religiösen, sei es national, sei es in Europa. Wie sind die den Alltag und die politischen Institutionen prägenden Weltbilder, die moralische und politischen Überzeugungen auf das Christentum bezogen? Wie genau ist „Säkularisierung“ eigentlich zu verstehen? Und was heißt dies hinsichtlich des Ortes anderer Religionen, insbesondere des Islam?
Sorgfalt und Differenzierung tun Not: hinsichtlich der vielen Dimensionen im Beziehungsverhältnis von Politik und Religion, hinsichtlich religionspolitischer Konzepte und konkreter Inhalte politischer Theologien.


